Ende September sollte es in Karlsruhe wieder laut werden. Das Substage bekam hohen Besuch, denn Shadow of Intent gehören aktuell zu den Speerspitzen der Symphonic Deathcore Landschaft. Im Rahmen ihrer aktuellen Imperium Delirium European Tour 2026 machten sie auch in Baden Halt und hatten ein gewaltiges Line Up an Bord: Aborted, Disembodied Tyrant und Soreption durften den Abend eröffnen und für ein würdiges Rahmenprogramm sorgen. An der Abendkasse bestand noch die Chance auf ein ausverkauftes Haus, die Halle war früh sehr gut gefüllt. Die erste Überraschung wartete am Merchstand, denn durch einen Produktionsfehler waren die US-Tourdaten auf den Shirts von Shadow of Intent gelandet. Vielen Fans war es egal, Hauptsache ein Tourshirt. Dann wurde es auch schon dunkel in der Halle und die Party konnte steigen.
Konzertbericht
Shadow of Intent im Karlsruher Substage - 27.09.26
Soreption live
Los ging es mit krachendem Technical Death Metal, der uns von Soreption aus Schweden um die Ohren gehauen wurde. Das Quartett hatte schon früh mit technischen Problemen zu kämpfen, löste das Ganze aber souverän. Doch so richtig zünden wollten die Songs dann aber doch nicht. Man wartete immer wieder darauf, dass die Songs losbrechen, doch dann waren sie auch schon wieder zu Ende. Erst zum letzten Song, Engineering the Void, sprang der Funke bei mir über und vor der Bühne tat sich der erste Mosh Pit im bereits zahlreich anwedenden Publikum auf. Alle vier Musiker agierten mit einer beeindruckenden, technischen Leistung, mein persönlicher Fall war es aber leider nicht.
Disembodied Tyrant live
Als Zweites stand nun Symphonic Deathcore auf dem Programm, den Disembodied Tyrant aber mal so richtig gewaltig darboten. Mit einer unglaublichen Präzision an den Instrumenten machte der Vierer keine halben Sachen und ließ die Hölle über uns hereinbrechen. Dominic Petrocelli erwies sich als Virtuose an der Gitarre und zauberte das ein oder andere grandiose Riff auf die Saiten. Das viel umjubelte Winter, bekannt aus der Split-EP The Poetic Edda mit Synestia, ließ die Menge auf Betriebstemperatur kommen und so sahen wir die erste Wall of Death des Abends und auch einige Crowdsurfer machten sich auf die Reise in Richtung Bühnengraben. Auch die anderen Songs wie etwa Icarian, Aberrant Waltz oder Malphasian wussten stets zu gefallen. Sänger Blake Mullens bediente sich der 2. Gitarre oder konzentrierte sich nur darauf, dämonische Geräusche direkt aus den Tiefen der Unterwelt von sich zu geben. Alles in allem ein hervorragender Auftritt, der gerne noch länger hätte gehen können.
Aborted live
Es ging munter weiter auf der Schlachtbank und Aborted aus Belgien waren am Drücker. Und wie. Mit ihrem brutalen Mix aus Gore und Brutal Death Metal zimmerten sie ein gewaltiges Brett auf die Bühne. Bereits zum dritten Song rief Sven de Caluwe zur Weltmeisterschaft im Crowdsurfen auf, was die Arbeit im Graben sehr sportlich machte. Zwischen den brachialen Soundgewittern war Sven immer wieder für humorvolle Ansagen zu haben und brachte der Crowd sogar ein paar Worte in seiner Muttersprache bei. Wir bekamen Kracher wie etwa Retrogore, Brotherhood of Sleep, Infinite Terror oder Death Cult zu hören und jeder einzelne Song zündete besonders gut. Neben einer riesigen Wall of Death war nun auch mächtig Action im Mosh-Pit, das Ganze wurde zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Alles in allem ein hervorragender Abriss, die Stimmung in der Halle war am Kochen.
Shadow of Intent live
Dann war es endlich an der Zeit für Shadow of Intent, die Bühne des Substage zu betreten. Ihr Symphonic Deathcore donnerte bombastisch aus der Anlage, der ganze Sound bekam schnell einen orchestralen Charakter. Die Band nahm uns mit auf eine gewaltige Reise durch ihre Diskografie, doch der Fokus lag natürlich auf ihrem aktuellen Album Imperium Delirium, das u.a. mit Infinity of Horrors, Flying the Black Flag oder Feeding the Meatgrinder präsentiert wurde. Die Vorgänger Elegy und Melancholy waren etwa in Form von From Ruin...We Rise oder Barren and Breathless Macrocosm vertreten. Aber was wäre ein Konzert von Shadow of Intent ohne den Hit The Heretic Prevails? Der wohl bekannteste Breakdown der Band erklang besonders massiv in der Halle und sorgte für allgemeine Gänsehaut. Alle Vier Musiker zeigten sich in Spitzenform und Ben Duerr unterstrich mit seinem Corpsepaint die Blackened Elemente, die immer wieder an Dimmu Borgir erinnern lassen. Chris Wiseman schüttelte ein Solo nach dem anderen aus dem Handgelenk und unterstützte manchmal mit Backing Vocals. Nach dem epischen Titeltrack Imperium Delirium, setzte Malediction aus dem Album Melancholy diesem Abend die wohlverdiente Krone auf und die Band gab ein letztes Mal alles. So war es von vorne bis hinten ein grandioser Auftritt und definitiv der Beste, den ich bisher von Shadow of Intent gesehen habe.
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